(*27. Oktober in Marton bei Middlesbrough; †14. Februar 1779 in der Bucht von Kealakekua auf Hawaii) war ein britischer Seefahrer und Entdecker. Berühmt wurde er durch drei Fahrten in den Pazifischen Ozean, auf denen er zahlreiche Inseln entdeckte sowie weitere Inseln vermaß und kartografierte. Sein überragendes Talent als Kartograf offenbarte sich ab 1758 bei der Erkundung und Vermessung vor allem des Sankt-Lorenz-Stromes, neufundländischer Gewässer und anderer Teile der Ostküste Kanadas während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763). Seine präzisen Karten verhalfen den britischen Truppen unter General James Wolfe im September 1759 zum entscheidenden Sieg über die Franzosen bei Québec. Sein Ruf als Schiffsführer und Kartograf brachte dem am 25. Mai 1768 zum Leutnant ernannten Seemann die Berufung zur berühmten Pazifikreise ein. Die Erste Südseereise (1768–1771) wurde auf Empfehlung der Royal Society unternommen, um im Rahmen eines international angelegten Großprojekts den Durchgang des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe (Venustransit vom 3. Juni 1769) auf Tahiti zu beobachten. Diese astronomischen Vermessungen hatten die Bestimmung der Entfernung Erde-Sonne und damit - auf der Grundlage des dritten Keplerschen Gesetzes - die Berechnung der Abstände aller anderen Planeten im Sonnensystem zum Ziel. Cooks Aufgabe war vor allem, eine Anzahl von Wissenschaftlern (darunter den Astronomen Charles Green) samt ihrer Instrumente sicher nach Tahiti und zurück zu bringen. Das Schiff, die HMS Endeavour, stach mit seiner Besatzung am 26. August 1768 in See. Darüber hinaus erhielt James Cook mit einer geheimen Order den Auftrag, den Ozean südlich des 40. südlichen Breitengrades zu erforschen und einen von Kartografen postulierten riesigen „Südkontinent“/Großes Südland, die Terra Australis incognita, zu finden, von dem man annahm, dass es ihn deswegen geben müsse, um das Gewicht der Landmassen auf der Nordhalbkugel mit seinem Gegengewicht irgendwie auszugleichen. Zudem war die von Spanien geheim gehaltene Existenz der Torresstraße zwar der Admiralität bekannt, jedoch noch von keinem ihrer Schiffe bestätigt worden. Anfang Oktober sichtete Cook auf der Suche nach einem Land, das der Niederländer Abel Tasman über 100 Jahre zuvor mit kaum mehr als ein paar Federstrichen auf einer Seekarte eingezeichnet hatte, Neuseeland, das er in 6-monatiger Arbeit ausgiebig kartografierte. Er entdeckte dabei die Cookstraße und wies Neuseeland als Doppelinsel aus. Nachdem die Besatzung der Endeavour am 29. April 1770 in der wegen der äußerst zahlreich vorgefundenen neuen Pflanzen so benannten Botany Bay als erste Europäer die Ostküste Neu-Hollands (wie Australien nach seinen Entdeckern damals hieß) betreten hatte, segelte er acht Tage später 3.200 km nordwärts entlang der Küstenlinie, weiterhin kartografische Informationen sammelnd. Am 11. Juni lief die HMS Endeavour am Cape Tribulation auf das Great Barrier Reef auf und wäre beinahe verlorengegangen. Nach Reparaturarbeiten seiner Schiffzimmerleute, die insgesamt sechs Wochen beanspruchten und in deren Zeit Banks riesige Hasen beobachtete, die von den Eingeborenen Känguruhs genannt wurden, konnte er die Fahrt fortsetzen, fand Mitte August die Cook-Passage durch das Great Barrier Reef und konnte endlich frei nach Norden segeln. Eine Woche später landete er wieder und benannte das Land New South Wales, bevor er durch die Endeavour-Straße (den südlichsten Teil der Torres-Straße) westwärts segeln und so feststellen konnte, dass Neuholland und Neuguinea voneinander getrennt waren, woraufhin er die Ostküste Neuhollands für England in Besitz nahm. Am 13. Juli 1771 setzte Cook nach dreijähriger Expeditionsreise erstmals wieder den Fuß auf Englands Boden. Am 14. August stellte der Erste Lord der Admiralität Earl of Sandwich ihn König Georg III. vor, der ihn persönlich zum Commander (entsprach dem heutigen Rang eines Fregattenkapitäns) ernannte.